Titre
Die gescheiterte Grossmacht - Eine Skizze des Deutschen Reiches 1871-1945
Auteur
Hillgruber, Andreas
Langue
Allemand
ISBN
9783770005642
Éditeur
Düsseldorf : Düsseldorf, 1982
Prix
€ 6,00
Détails
Paperback, 118 pp. In redelijk goede staat
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ISBN 3770005643 Omslag en snee wat vlekkig. Vrij van inscripties e.d.
Andreas Fritz Hillgruber (* 18. Januar 1925 in Angerburg, Ostpreußen; † 8. Mai 1989 in Köln) war ein deutscher Historiker und Spezialist für die militärische, politische und diplomatische deutsche Geschichte zwischen 1871 und 1945.
Hillgrubers Spezialgebiet war die deutsche Geschichte zwischen 1871 und 1945, dabei insbesondere die politischen, diplomatischen und militärischen Aspekte, wobei er Militärgeschichte nicht um ihrer selbst Willen betrieb, sondern im Wechselspiel mit der politischen Geschichte betrachtete. Letzteres lässt die zuweilen abwertend gemeinte Bezeichnung Hillgrubers als Militärhistoriker außer Acht. Für Hillgruber gab es viele Elemente der Kontinuität in der deutschen Außenpolitik zwischen 1871 und 1945, ganz besonders im Verhältnis zu Osteuropa.
Im Rahmen der Fischer-Kontroverse stimmte Hillgruber der These von Fritz Fischer teilweise zu, die besagte, dass Deutschland für den Ersten Weltkrieg die Hauptverantwortung trage. Allerdings lehnte Hillgruber die These von Fischer ab, dass der Erste Weltkrieg aufgrund der imperialistischen Weltmachtbestrebungen des Deutschen Reiches ausgelöst worden sei.
Hillgruber vertrat dazu die Auffassung, die Unterschiede zwischen der Außenpolitik des deutschen Kaiserreiches, der Weimarer Republik und der nationalsozialistischen Außenpolitik seien nur geringfügig gewesen. Er argumentierte, die Außenpolitik im Dritten Reich sei eine extrem radikalisierte Version der traditionellen deutschen Außenpolitik gewesen. Während die Weimarer Republik ein Hauptziel ihrer Außenpolitik darin sah, den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich sowie die Re-Militarisierung des Rheinlandes zu erreichen, sei dies für die Nationalsozialisten nur der Anfang ihrer Bestrebungen gewesen, ganz Europa zu beherrschen.
Anfang 1950 betrachtete Hillgruber den Zweiten Weltkrieg als einen konventionellen Krieg und meinte, dass der Deutsch-Sowjetische Krieg auch durch die sowjetische Expansion provoziert worden sei. Diese Auffassung änderte sich im Laufe seiner Forschungen, und 1965 argumentierte Hillgruber, der Krieg sei für Adolf Hitler ein erbarmungsloser, rassischer Überlebenskampf gewesen, der zur Erschaffung eines deutschen Ostimperiums und zur Durchführung des Holocaust gedient habe und in dem dem Gegner keine Gnade gezeigt werden sollte. Damit gehört Hillgruber zu den „ganz seltenen Fällen“ von Historikern, die ihre grundlegenden Überzeugungen im Verlauf des wissenschaftlichen Prozesses revidiert haben. Bei den allermeisten wird ihr wissenschaftlicher Rang danach bemessen, wie gut ihnen der Beweis ihrer ursprünglichen, vorgefassten Überzeugungen gelungen ist.
Hillgruber war der Ansicht, dass Hitler die treibende Kraft hinter dem Holocaust gewesen sei. Diese Theorie widerspricht der als „funktionalistische Schule“ bezeichneten Lehre, die Historiker wie Hans Mommsen vertraten. Schon in seiner Habilitationsschrift äußerte Hillgruber die These, dass Hitlers Entscheidung zum Überfall auf die Sowjetunion 1941 rassenideologische Gründe gehabt habe, da Hitler unter dem Einfluss des Sozialdarwinismus Land für die seiner Ansicht nach „höherwertige Rasse“ der Arier gewinnen wollte. Eng verknüpft war hiermit auch die Entscheidung, Menschen „minderer Rasse“ als Sklavenvölker auszubeuten oder auszurotten.
Hillgruber sah Hitler als fanatischen Ideologen, der einen Stufenplan mit folgenden Zielsetzungen verfolgte: (1.) Die Ausrottung der angeblich „jüdisch-bolschewistischen“ Führungsschicht sowie der Juden in Ostmitteleuropa, (2.) die Gewinnung von Kolonial- und „Lebensraum“ für das Dritte Reich sowie (3.) die Dezimierung und Unterwerfung der slawischen Bevölkerung unter deutsche Herrschaft in neu zu errichtenden sogenannten „Reichskommissariaten“. Weiterhin sei geplant gewesen: (4.) die Errichtung eines autarken, blockadefesten „Großraumes“ Kontinentaleuropa unter Hitlers Herrschaft, wobei die eroberten sowjetischen Gebiete die ökonomischen Ergänzungsräume bilden und die kontinentale Vorherrschaft gewährleisten sollten, um das Fernziel einer „Weltmachtstellung“ erreichen zu können. Bereits 1985 kritisierte Hillgruber, dass die deutsche Militärgeschichtsforschung den Zweiten Weltkrieg losgelöst von der Ausrottung der Juden beschreibe. Der Holocaust müsse als genuiner Bestandteil des Weltkrieges betrachtet werden.
Hillgruber sah den Zweiten Weltkrieg in Europa als Abfolge zweier verschiedener Kriege an, nämlich erstens eines normalen Krieges zwischen den westlichen Mächten und dem nationalsozialistischen Deutschland, den Hitler zwar verursacht, aber nicht beabsichtigt habe, und zweitens des Vernichtungskrieges Deutschlands gegen die Sowjetunion, der gnadenlos und brutal mit dem Ziel der rassischen und ideologischen Ausrottung geführt wurde. Dieser Krieg sei das eigentliche Ziel Hitlers gewesen.
Hillgruber-Komitee
Als Hillgruber 1972 an die Universität Köln wechselte, bildete der Marxistische Studentenbund Spartakus ein sogenanntes Hillgruber-Komitee, das sich das Stören seiner Vorlesungen zur Aufgabe machte. Begründet wurden die Aktionen damit, dass Hillgruber „eine große Gefahr“ darstelle und seine Berufung in „Zusammenhang mit den Versuchen der Ministerialbürokratie und des westdeutschen Monopolkapitals“ stehe, „durch Wehrkundeerlasse den Hochschulunterricht zu militarisieren und durch Scheinreformen die Verwertbarkeit der Schüler im kapitalistischen Gesellschaftsystem zu erhöhen“.
(Wikipedia)
Andreas Fritz Hillgruber (* 18. Januar 1925 in Angerburg, Ostpreußen; † 8. Mai 1989 in Köln) war ein deutscher Historiker und Spezialist für die militärische, politische und diplomatische deutsche Geschichte zwischen 1871 und 1945.
Hillgrubers Spezialgebiet war die deutsche Geschichte zwischen 1871 und 1945, dabei insbesondere die politischen, diplomatischen und militärischen Aspekte, wobei er Militärgeschichte nicht um ihrer selbst Willen betrieb, sondern im Wechselspiel mit der politischen Geschichte betrachtete. Letzteres lässt die zuweilen abwertend gemeinte Bezeichnung Hillgrubers als Militärhistoriker außer Acht. Für Hillgruber gab es viele Elemente der Kontinuität in der deutschen Außenpolitik zwischen 1871 und 1945, ganz besonders im Verhältnis zu Osteuropa.
Im Rahmen der Fischer-Kontroverse stimmte Hillgruber der These von Fritz Fischer teilweise zu, die besagte, dass Deutschland für den Ersten Weltkrieg die Hauptverantwortung trage. Allerdings lehnte Hillgruber die These von Fischer ab, dass der Erste Weltkrieg aufgrund der imperialistischen Weltmachtbestrebungen des Deutschen Reiches ausgelöst worden sei.
Hillgruber vertrat dazu die Auffassung, die Unterschiede zwischen der Außenpolitik des deutschen Kaiserreiches, der Weimarer Republik und der nationalsozialistischen Außenpolitik seien nur geringfügig gewesen. Er argumentierte, die Außenpolitik im Dritten Reich sei eine extrem radikalisierte Version der traditionellen deutschen Außenpolitik gewesen. Während die Weimarer Republik ein Hauptziel ihrer Außenpolitik darin sah, den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich sowie die Re-Militarisierung des Rheinlandes zu erreichen, sei dies für die Nationalsozialisten nur der Anfang ihrer Bestrebungen gewesen, ganz Europa zu beherrschen.
Anfang 1950 betrachtete Hillgruber den Zweiten Weltkrieg als einen konventionellen Krieg und meinte, dass der Deutsch-Sowjetische Krieg auch durch die sowjetische Expansion provoziert worden sei. Diese Auffassung änderte sich im Laufe seiner Forschungen, und 1965 argumentierte Hillgruber, der Krieg sei für Adolf Hitler ein erbarmungsloser, rassischer Überlebenskampf gewesen, der zur Erschaffung eines deutschen Ostimperiums und zur Durchführung des Holocaust gedient habe und in dem dem Gegner keine Gnade gezeigt werden sollte. Damit gehört Hillgruber zu den „ganz seltenen Fällen“ von Historikern, die ihre grundlegenden Überzeugungen im Verlauf des wissenschaftlichen Prozesses revidiert haben. Bei den allermeisten wird ihr wissenschaftlicher Rang danach bemessen, wie gut ihnen der Beweis ihrer ursprünglichen, vorgefassten Überzeugungen gelungen ist.
Hillgruber war der Ansicht, dass Hitler die treibende Kraft hinter dem Holocaust gewesen sei. Diese Theorie widerspricht der als „funktionalistische Schule“ bezeichneten Lehre, die Historiker wie Hans Mommsen vertraten. Schon in seiner Habilitationsschrift äußerte Hillgruber die These, dass Hitlers Entscheidung zum Überfall auf die Sowjetunion 1941 rassenideologische Gründe gehabt habe, da Hitler unter dem Einfluss des Sozialdarwinismus Land für die seiner Ansicht nach „höherwertige Rasse“ der Arier gewinnen wollte. Eng verknüpft war hiermit auch die Entscheidung, Menschen „minderer Rasse“ als Sklavenvölker auszubeuten oder auszurotten.
Hillgruber sah Hitler als fanatischen Ideologen, der einen Stufenplan mit folgenden Zielsetzungen verfolgte: (1.) Die Ausrottung der angeblich „jüdisch-bolschewistischen“ Führungsschicht sowie der Juden in Ostmitteleuropa, (2.) die Gewinnung von Kolonial- und „Lebensraum“ für das Dritte Reich sowie (3.) die Dezimierung und Unterwerfung der slawischen Bevölkerung unter deutsche Herrschaft in neu zu errichtenden sogenannten „Reichskommissariaten“. Weiterhin sei geplant gewesen: (4.) die Errichtung eines autarken, blockadefesten „Großraumes“ Kontinentaleuropa unter Hitlers Herrschaft, wobei die eroberten sowjetischen Gebiete die ökonomischen Ergänzungsräume bilden und die kontinentale Vorherrschaft gewährleisten sollten, um das Fernziel einer „Weltmachtstellung“ erreichen zu können. Bereits 1985 kritisierte Hillgruber, dass die deutsche Militärgeschichtsforschung den Zweiten Weltkrieg losgelöst von der Ausrottung der Juden beschreibe. Der Holocaust müsse als genuiner Bestandteil des Weltkrieges betrachtet werden.
Hillgruber sah den Zweiten Weltkrieg in Europa als Abfolge zweier verschiedener Kriege an, nämlich erstens eines normalen Krieges zwischen den westlichen Mächten und dem nationalsozialistischen Deutschland, den Hitler zwar verursacht, aber nicht beabsichtigt habe, und zweitens des Vernichtungskrieges Deutschlands gegen die Sowjetunion, der gnadenlos und brutal mit dem Ziel der rassischen und ideologischen Ausrottung geführt wurde. Dieser Krieg sei das eigentliche Ziel Hitlers gewesen.
Hillgruber-Komitee
Als Hillgruber 1972 an die Universität Köln wechselte, bildete der Marxistische Studentenbund Spartakus ein sogenanntes Hillgruber-Komitee, das sich das Stören seiner Vorlesungen zur Aufgabe machte. Begründet wurden die Aktionen damit, dass Hillgruber „eine große Gefahr“ darstelle und seine Berufung in „Zusammenhang mit den Versuchen der Ministerialbürokratie und des westdeutschen Monopolkapitals“ stehe, „durch Wehrkundeerlasse den Hochschulunterricht zu militarisieren und durch Scheinreformen die Verwertbarkeit der Schüler im kapitalistischen Gesellschaftsystem zu erhöhen“.
(Wikipedia)
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