Titre
Deutsche Juden und Antisemitismus in der Weimarer Republik
Auteur
Hecht, Cornelia
Langue
Allemand
ISBN
9783801241377
Éditeur
Bonn : Dietz Verlag, 2003
Prix
€ 70,00(Excl. toute livraison)
Détails
Gebonden, hardcover, 428pp. In uitstekende staat, ongelezen
Plus d'informations
ISBN 3801241378
Juden zwischen Assimilation und Ausgrenzung
Der von Kaiser Wilhelm II. höchstselbst gestützte Antisemitismus war während des Ersten Weltkriegs durch Organisationen wie den Alldeutschen Verband weiter angeheizt worden, indem man damit einen Krieg zwischen Ariern und Juden verband und für die Niederlage im Rahmen der Dolchstoßlegende die Juden verantwortlich machte. So entfaltete seit dem Winter 1918/19 der öffentlich praktizierte Antisemitismus eine bis dahin ungekannte Wirkung. Zwar ebbte die Welle bald wieder ab und es kam während der Jahre relativer Stabilität zu einer merklichen Beruhigung. Mit der Weltwirtschaftskrise aber formierten sich die vielfältig aufgeladenen antisemitischen Strömungen in der Gesellschaft erneut.
Im Jahre 1925 stellten die 564.000 Glaubensjuden in Deutschland gerade 0,9 % der Bevölkerung, vier Fünftel davon alteingesessene jüdische Bürger; hinzu kamen 108.000 ostjüdische Zuwanderer. Vom Bevölkerungsdurchschnitt stark abweichend war historisch-traditionsbedingt die berufliche Orientierung der Juden, die zur Hälfte als Selbständige tätig waren (sonst 16 %) und vor allem in Handel, Bankwesen und einigen freien Berufen dominierten oder stark vertreten waren, jedoch wenig in der Industrie und nur ganz selten in der Landwirtschaft.
Das Verhältnis der Juden zur Weimarer Republik war nicht einseitig von Furcht und Abwehr bestimmt; denn die formellen und informellen Schranken, die noch im Kaiserreich Juden die Karriere im Staatsdienst oder im akademischen Bereich verstellt hatten, waren durch die Weimarer Verfassung beseitigt. Der seit dem 19. Jahrhundert laufende Assimilierungs- und kulturelle Verschmelzungsprozess verstärkte sich in den 1920er Jahren bei einem Großteil der deutschen Juden noch, während andere auswanderten oder sich zum Zionismus bekannten. Die Erfolge deutscher Juden als Wissenschaftler zu Zeiten der Weimarer Republik sprechen für sich: Unter den neun deutschen Nobelpreisträgern waren fünf jüdische Naturwissenschaftler: Albert Einstein, James Franck, Gustav Hertz, Otto Meyerhof und Otto Warburg.
55 % der deutschen Juden lebten in Großstädten, allein ein Drittel in Berlin. „Berlin und seine Juden: Das war die intensivste Steigerung dessen, was das konservative Deutschland am Staat von Weimar haßte.“ In Bayern äußerte sich 1920 der Schriftsteller Ludwig Thoma im Miesbacher Anzeiger: „Berlin ist nicht deutsch, ist heute das Gegenteil davon, ist galizisch verhunzt und versaut.“ Speziell gegen die zugewanderten Ostjuden, die sich durch ihr Äußeres und im Auftreten deutlich unterschieden („Kaftanjuden“ versus „Krawattenjuden“) und als Fremde wahrgenommen wurden, entlud sich der Hass der Antisemiten. Das vor allem von armen Ostjuden bewohnte Scheunenviertel wurde 1923 zum Ort pogromartiger Gewaltexzesse von Antisemiten, die erst durch einen massiven Polizeieinsatz gestoppt wurden. Der Antisemitismus gehörte laut Wehler neben Führerkult und Radikalnationalismus zu den „Integrationsklammern“ der NSDAP. Auch ohne die Reichskanzlerschaft Hitlers wäre die Republik mit dem Antisemitismus nicht leicht fertiggeworden. „Um wie viel verhängnisvoller mußte es sich aber auswirken, als ein hasserfüllter, gewissenloser Antisemit in den Besitz der Staatsgewalt kam und sich anschickte, mit ihren Mitteln seine Utopie von einem judenfreien Rassereich zu verwirklichen. (Wikipedia)
Juden zwischen Assimilation und Ausgrenzung
Der von Kaiser Wilhelm II. höchstselbst gestützte Antisemitismus war während des Ersten Weltkriegs durch Organisationen wie den Alldeutschen Verband weiter angeheizt worden, indem man damit einen Krieg zwischen Ariern und Juden verband und für die Niederlage im Rahmen der Dolchstoßlegende die Juden verantwortlich machte. So entfaltete seit dem Winter 1918/19 der öffentlich praktizierte Antisemitismus eine bis dahin ungekannte Wirkung. Zwar ebbte die Welle bald wieder ab und es kam während der Jahre relativer Stabilität zu einer merklichen Beruhigung. Mit der Weltwirtschaftskrise aber formierten sich die vielfältig aufgeladenen antisemitischen Strömungen in der Gesellschaft erneut.
Im Jahre 1925 stellten die 564.000 Glaubensjuden in Deutschland gerade 0,9 % der Bevölkerung, vier Fünftel davon alteingesessene jüdische Bürger; hinzu kamen 108.000 ostjüdische Zuwanderer. Vom Bevölkerungsdurchschnitt stark abweichend war historisch-traditionsbedingt die berufliche Orientierung der Juden, die zur Hälfte als Selbständige tätig waren (sonst 16 %) und vor allem in Handel, Bankwesen und einigen freien Berufen dominierten oder stark vertreten waren, jedoch wenig in der Industrie und nur ganz selten in der Landwirtschaft.
Das Verhältnis der Juden zur Weimarer Republik war nicht einseitig von Furcht und Abwehr bestimmt; denn die formellen und informellen Schranken, die noch im Kaiserreich Juden die Karriere im Staatsdienst oder im akademischen Bereich verstellt hatten, waren durch die Weimarer Verfassung beseitigt. Der seit dem 19. Jahrhundert laufende Assimilierungs- und kulturelle Verschmelzungsprozess verstärkte sich in den 1920er Jahren bei einem Großteil der deutschen Juden noch, während andere auswanderten oder sich zum Zionismus bekannten. Die Erfolge deutscher Juden als Wissenschaftler zu Zeiten der Weimarer Republik sprechen für sich: Unter den neun deutschen Nobelpreisträgern waren fünf jüdische Naturwissenschaftler: Albert Einstein, James Franck, Gustav Hertz, Otto Meyerhof und Otto Warburg.
55 % der deutschen Juden lebten in Großstädten, allein ein Drittel in Berlin. „Berlin und seine Juden: Das war die intensivste Steigerung dessen, was das konservative Deutschland am Staat von Weimar haßte.“ In Bayern äußerte sich 1920 der Schriftsteller Ludwig Thoma im Miesbacher Anzeiger: „Berlin ist nicht deutsch, ist heute das Gegenteil davon, ist galizisch verhunzt und versaut.“ Speziell gegen die zugewanderten Ostjuden, die sich durch ihr Äußeres und im Auftreten deutlich unterschieden („Kaftanjuden“ versus „Krawattenjuden“) und als Fremde wahrgenommen wurden, entlud sich der Hass der Antisemiten. Das vor allem von armen Ostjuden bewohnte Scheunenviertel wurde 1923 zum Ort pogromartiger Gewaltexzesse von Antisemiten, die erst durch einen massiven Polizeieinsatz gestoppt wurden. Der Antisemitismus gehörte laut Wehler neben Führerkult und Radikalnationalismus zu den „Integrationsklammern“ der NSDAP. Auch ohne die Reichskanzlerschaft Hitlers wäre die Republik mit dem Antisemitismus nicht leicht fertiggeworden. „Um wie viel verhängnisvoller mußte es sich aber auswirken, als ein hasserfüllter, gewissenloser Antisemit in den Besitz der Staatsgewalt kam und sich anschickte, mit ihren Mitteln seine Utopie von einem judenfreien Rassereich zu verwirklichen. (Wikipedia)
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